verdünnter Himmel / gekühlte Hölle

Susanne Hampe | 2014

 

Sind die Umstände genau so, wie wir sie erleben oder sind sie nicht vielmehr die Summe all unserer Deutung davon? Warum tun wir eigentlich etwas, und warum tun wir es auf eine bestimmte Art und Weise? Haben wir Einfluss auf unser Schicksal? Hängt unser persönliches Glück allein von den äußeren Umständen ab? Vielleicht gibt es sogar ein Risiko, sich schlecht zu fühlen, wenn das Wohlgefühl zu sehr von Äußerlichem bestimmt wird. Was wäre, wenn wir andere äußere Bedingungen bräuchten, um uns weiter zu entwickeln? Kann eine Situation, die wir als negativ betrachten, nicht doch aus einem gewissem Abstand besehen positiv erscheinen?

Nichts ist wirklich nur schlecht und kein Genuss währt endlos. Um dies zu begreifen muss man den Punkt erlebt haben, an dem man sich an Schlechtes auf eine gewisse Art gewöhnt hat oder man Gutes im besten Fall noch als normal empfindet. Dieser eigenartige Moment des Gefühlsverwirrung ist Thema meiner Arbeiten.

Meine Bilder zeigen häufig Figuren, die Skeletten nicht unähnlich sehen. Sie symbolisieren das Grundgerüst des Menschen. Wir alle gleichen uns sehr und haben im Grunde auch recht ähnliche Wünsche und Bedürfnisse – erst wenn die persönliche Sicht auf unsere Welt dazukommt, wird aus dem Einzelnen ein Individuum.

Die Dinge des Lebens und alle ihre Äußerlichkeiten werden in meinen Arbeiten so lange gewendet, bis sie in gewisser Weise daneben gegangen zu sein scheinen und in ihrem Mangel an Berechenbarkeit die Realität des Lebens selbst erreicht haben.