"Was vom König übrig blieb"

Denkmalschmiede Höfgen zeigt Werke von Susanne Hampe in der Studiogalerie.

Jürgen Henne. Leipziger Volkszeitung. 13. 7. 2001

Zwischen Grimma und Kaditzsch strecken, wölben und biegen sich in diesen Tagen gigantische Großskulpturen in das Muldental. Im nahen Jutta-Park lasten kompakte Plastiken wie Zwergenmonolithe an den Wegesrändern. Besucher rätseln über die Funktionsweise bizarrer Klanginstallationen. Viele Zentner bearbeitetes Material haben die Betreiber der Denkmalschmiede Höfgen wieder gemeinsam mit den Künstlern in die Landschaft gewuchtet. Und die zur Denkmalschmiede gehörende Studiogalerie Kaditzsch zeigt auch kein künstlerisches Leichtgewicht. Bis zum 22. Juli sind dort Mischtechniken und Ölmalerei von Susanne Hampe zu sehen.

Ob sich der Ausstellungstitel "Was vom König übrig blieb" am Film mit Anthony Hopkins ("Was vom Tage übrig blieb") orientiert, kann nicht ausgeschlossen werden. Film und bildende Kunst stellen sich hier mit unterschiedlichen Mitteln den Unsicherheiten an gesellschaftlichen Wendepunkten. Die Auflösung traditioneller Rollenverteilungen und Bindungen drängt zur Neuordnung. Die Karten sind zwar schon gemischt, doch noch nicht verteilt.

Was also blieb? Natürlich will Susanne Hampe (1967 in Dresden geboren) keine endgültige Antwort liefern. Sie weiß auch nicht, was der nächste König bringen wird. Ihre Bilder wirken deshalb merkwürdig unabgeschlossen. Den letzten Akt gestalten die Besucher, die sich aus den Uneindeutigkeiten eine Vielzahl von Alternativen wählen können. Susanne Hampe malt obskure Behälter auf erdige Schichten. Angedeutete Körper, netz- und spindelförmige Muster finden sich zu einem labilen Zusammenspiel. Malerei wird mit grafischen Elementen gegliedert und nicht selten durch schwarze Flächen heftig akzentuiert. Diese Kunst animiert, Schicht für Schicht gedanklich freizulegen, Gewichtsverhältnisse zu verändern und Bilddetails neu zu ordnen. Die hohe Qualität dürfte das Vergnügen steigern. Was vom König übrig blieb, muss hier jeder für sich klären. Doch von der Kunst Susanne Hampes dürfte einiges überdauern.